Akrobatik, Musik und Witz verzücken das Publikum

Eine großartige Prunksitzung mit einem unterhaltsamen, lustigen Programm erlebten die vielen, vielen Närrinnen und Narren am vergangenen Samstagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Mietinger Narrrhalla. Ist der Mietinger Musikerball bereits seit langem weit um bekannt für seine qualitative, unterhaltsame und kurzweilige Fasnet, so toppten sich die Darsteller an diesem Abend wieder einmal selbst.

Vor 50 Jahren wurde die Mietinger Prunksitzung ins Leben gerufen und sie erfreut sich immer noch aller bester Beliebtheit, wie die vielen Besucher am vergangenen Samstag in der Narrhalla mit ihrer Anwesenheit wieder zeigten. Mit dem obligatorischen, kräftigen Schlag in die große Trommel startet jedes Jahr in Mietingen die große Prunksitzung; so auch in diesem Jahr. Kurz nach halb acht fiel damit der Startschuss zur Mietinger Fasnet. Gemeinsam mit der Hofkapelle, unter der Leitung von Kapellmeister Gerhard Rogg, zogen der Narrenpräsident Günne I. mit samt seinem Elferrat in die proppenvolle Mietinger Narrhalla ein.

Gute Tradition ist es in Mietingen, dass zu Beginn der Prunksitzung der Schultes die Schlüsselgewalt an das närrische Volk abgibt. Zuvor blickte Bürgermeister Robert Hochdorfer in Fersform auf die politischen zum Teil wirren Entscheidungen, wie zum Beispiel die geschlechtsneutralen Begrifflichkeiten oder das neue Wildtiermanagementgesetz. Danach gab er an diesem Abend schlussendlich seinen Schlüssel gern in die Hände des Narrenpräsidenten und durfte dafür im Gegenzug mit ihm anstoßen und den Narrenpokal leeren.

Im Anschluss daran zeigten die neun Damen des Hofballetts, was sie in monatelangen Proben, unter der Leitung von Bärbel Kammerer, einstudiert hatten. Zu den Klängen von „Dixiparade“, gespielt von der hauseigenen Hofkapelle, legten die jungen Damen in gewohnt souveräner Manier einen gekonnten Tanz aufs Parkett. Nach einer kleinen Verschnaufpause und einem kräftigen Schluck aus dem Narrenpokal gaben Daniela Ackermann, Sina Amann, Verena Kohn, Andrea Lehr, Carina und Stefanie Riegger, Nicole Schick, Anita Schuhmacher und Sylvia Wolfmaier noch eine ebenso gelungene Zugabe zu „Longstreet-Dixie“ und verabschiedeten sich somit bei dem mit Applaus nicht geizenden Publikum.

Das erste Highlight des Abend bildeten danach die drei „Profis vom Bau“, die eigentlich hätten mit dem Streichen des Estrichs beschäftigt sein sollen. Doch vordergründig beschäftigte sie das „Betreten verboten“-Schild, das blöderweise vom Chef selbst zu hoch aufgehängt wurde. Mit viel Geschick oder auch Ungeschick wurde versucht, das Schild zu entfernen und in der Folge den Estrich zu „verlegen“. Eine sowohl zirzensische als auch akrobatiksch anspruchsvolle Meisterleistung gaben dabei die drei Bauarbeiter Sandra Glenzinger, Berthold Maier und Andres Schick ab und wurden für die mit überraschenden Momenten gespickte Darbietung begeistert vom Publikum gefeiert.

Bereits seit 25 Jahren verzückt Herbert Denzel immer wieder das Mietinger Fasnetspublikum aufs Neue mit seinen Büttenreden und viele werden sich denken: hoffentlich noch sehr, sehr lange.

In diesem Jahr betrat er die Narrhalla als ganz in „grün“ Gekleideter und grüßte von der Bühne mit einem „Waidmannsheil!“ ins weite Rund der vielen Närrinnen und Narren. Büttenredner Herbert Denzel trat dieses Jahr als Jäger Hubertus in die Bütt und was ein Jäger in seinem Hochsitz so allerlei Geschichten mitbekommt, gab er dann in höchst unterhaltsamer Form zum Besten. So berichtete er unter anderem von einem geizigen Bauern, der noch den letzten Tropfen Milch aus seiner Milchkuh entlockte oder auch von Musikern, die für ihren Verein ihr letztes Hemd bzw. letzte Hose geben. Über manch kriminelle Machenschaften einiger Mietinger und deren weitreichende Folgen beziehungsweise Spätfolgen konnte der Jägersmann ebenso die gespannt lauschenden Närrinnen und Narren informieren wie auch über eine wilde Treibjagd eines vermeintlich stattlichen Wildschweinebers, der am Ende doch gar keiner war. In seiner Rede zog Jäger Hubertus zudem seinen Hut vor den Baltringern für deren mutigen Vorstoß die Ortschaftsräte aufzulösen. Sein Lob wurde mit wohlwollendem Beifall des Publikums bestätigt. Hatte Herbert Denzel in den vergangenen Jahren zum Abschluss seiner Rede Standingovations vom Publikum erhalten, so erhoben sie sich in diesem Jahr bereits vor dem Ende seiner kurzweiligen Rede und zollten ihm damit ihren Respekt und Dank für dessen grandiosen Auftritt in der Bütt.

Einen musikalischen Vorgeschmack zum Sporthighlight des Jahres 2014 – der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien – bekamen danach die Närrinnen und Narren. In der „Fußballshow em Pavillion“ konnte Katrin Müller-Hohenstein, gespielt von Brigitte Braun, zwei aktuelle Trainergrößen des deutschen Fußballs begrüßen. Nationaltrainer Jogi Löw und sein Vorgänger Jürgen Klinsmann, verkörpert von Gerald Berg und Armin Ruf, präsentierten musikalische Vertreter der deutschen Gruppengegner aus Ghana, den USA und Portugal. Für mächtig Stimmung sorgten dabei sowohl die ghanaischen Vertreter, the „Black Boatengs“ als auch der für die USA aufspielende „Jogge“ Derulo mit seinem „Talk Dirty“, das von Jochen Ruf und seiner Band „live performed“ wurde. Mit dem ebenfalls live dargebrachten „Carneval de Paris“ beschlossen danach die 19 Darsteller dieser bestens vorgetragenen Musikshow diese und ernteten des Künstlers Lohn – Applaus, mit dem die Gäste am gesamten Abend nicht geizten.

Danach verabschiedete sich der Narrenpräsident Günne I. mit samt Elferrat von seinem wunderbaren Publikum und die Hofkapelle spielte dessen Ausmarsch, bevor sie die Bühne für die Tanzkapelle „HotLine“ frei machten. Mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire unterhielt diese das Publikum und füllte die Tanzfläche dann bis in die frühen Morgenstunden.

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