Überraschungs gespicktes Konzert der Mietinger „Lyra“

 Ein unterhaltsames Konzert mit einigen kleinen Überraschungseffekten bot der Musikverein „Lyra“ Mietingen am vergangenen Sonntag in der voll besetzten Mietinger Festhalle seinen Besuchern und Zuhörern. Schon durch die gelungene, auf das Programm abgestimmte Dekoration in der Festhalle konnten die Gäste in den Konzertabend eintauchen.

Unter der Leitung von Marek Scheliga eröffnete das Gemeinschaftsjugendorchester Mietingen-Schönebürg das Jahreskonzert mit dem Stück „Jubilance“. Das die rund 50 Jugendlichen schon großes leisten können zeigten sie auch bei den beiden folgenden Stücken „Two Movements“ von Kees Vlak und „Highlights from Frozen“ im Arrangement von Sean O´Loughlin. Bei letzterem Stück spürte man wie viel Freude die Nachwuchsmusiker an ihrem Spiel haben und auch das Publikum applaudierte kräftig nach den tollen Leistungen der Jugendkapelle. Mit der Zugabe „Sallow“, dem Chart Hit aus dem Film „A Star is Born“, verabschiedete sich die junge Musikertruppe von der Bühne und übergab diese an das Blasorchester des Mietinger Musikvereins.

Stolze 86 Musikanten füllten die Bühne komplett aus und boten ein beeindruckendes Bild. So mächtig wie das Erscheinungsbild der Kapelle kam auch das erste Musikstück „Flight of the Piasa“ daher. Der Drachenvogel Piasa ist ein gefürchtetes Fabelwesen aus der Mythologie der nordamerikanischen Ureinwohner wusste Ansagerin Brigitte Angele im Anschluss an das Stück zu berichten. Angele führte wie schon in den vergangenen Jahren sehr informativ und locker durch das Programm und wusste bei allen Stücken interessante Details zu berichten. Im zweiten Stück des Abends drehte sich alles um den schottischen See „Loch Ness“ und sein sagenumwobenes Monster. Ein ebenso kraftvolles Stück, welches mit seinem ruhigen mystischen Beginn, zu dem sogar Nebel in der Halle aufstieg, und einem abrupten Übergang in einen Sturm, beeindruckte Zuhörer im Saal hinterließ. Denn der Nebel war nicht der einzige Überraschungseffekt im Stück. Mit Max Beck an seinem Dudelsack wurden die schottischen Elemente des Stückes wunderbar unterstrichen und der junge Dudelsack Spieler erntete viel Applaus von den Besuchern in der Festhalle. Eine Hommage an seine verstobene Freundin Cheryl sollte das Stück „Whispers from Beyond“ von Rossano Galante sein. Die Melodie nicht traurig, sondern dankend und an die schönen Charaktereigenschaften erinnernd, wirkte sehr malend, warm und umfließend.

Nach einer kleinen Verschnaufpause eröffnete der Musikverein unter der Leitung ihrer Dirigentin Corinna Grismar den zweiten Konzertteil mit dem Titel „The Walled City Suite“. Die bekannte nordirische Melodie „Londonderry Air“ wurde im Lied zunächst von einem Solo an den Flöten aufgegriffen, woraufhin die ganze Kapelle die Melodie wiederholte. Die mit schunkelnde Zuhörer zeigten sich sehr begeistert vom darauffolgenden Stück „Rosen aus dem Süden“ welches Johan Strauß Sohn im Jahr 1880 komponierte. Die vier verschiedenen Walzer die im Stück verarbeitet wurden, ließen sofort Tänzer wie am Wiener Opernball vor dem inneren Auge der Konzertbesucher erscheinen und riss diese spürbar mit.

Bevor sich das große Orchester dann von seinem zahlreich erschienenen Publikum verabschiedete, übergab der erste Vorstand Alexander Schuhmacher das Wort an Michael Ziesel vom Blasmusikkreisverband der die Ehrungen 14 verdienter Musikerinnen und Musiker durchführte (siehe separater Bericht).

In das wilde Jahrzehnt der 20iger entführten die „Lyra“ Musiker ihre Gäste im Titel „The Crazy Charleston Era“ von Stefan Schwalgin. Lässige Rhythmen, tolle Solo Kombinationen wie unter anderem ein Zusammenspiel von Piccolo und Tuba oder einer Charleston Combo ließen die Füße mit wippen und eine neckische Pfeife als Schlusston sorgte für einen Lacher bei allen Menschen im Saal. Das Publikum war nach diesem lockeren Schlusspunkt nicht bereit die Musikerinnen und Musiker von der Bühne entschwinden zu lassen. Einen weiterer Showeffekt bot sich so bei der ersten Zugabe „Celtic Crest“, als Max Beck in seinem Kilt mit Dudelsack nochmal auf die Bühne trat und die Schlagzeuger des Vereins mit ihren Paradetrommeln von hinten in die Festhalle marschierten. Ein toller Klang und ein tolles Bild welches den Konzertbesuchern da geboten wurde.

Das sichtlich begeisterte Publikum wurden daher bei der Einforderung einer zweiten Zugabe nicht enttäuscht.

Nach dem Dank an ihre Musikerinnen und Musiker, deren Partner und Familien sowie das erschienene Publikum kündigte Dirigentin Corinna Grismar noch den vom Komponist Alexander Pfluger geschriebenen Konzertmarsch „Carpe Diem“ an. Somit verabschiedete sich das Blasorchester der „Lyra“ Mietingen mit einem starken, klangvollen Marsch endgültig von seinem an Applaus nicht sparenden Publikum.

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