Zwanzig Zwanzig Kreismusikfest Mietingen

Nächste Termine

Do, 22. Apr 00:00 Uhr
Kreismusikfest Mietingen
So, 23. Mai 11:00 - 12:00 Uhr
Paradekonzert

Wortlose Männer bringen Mietinger Narrhalla zum beben

Beste Unterhaltung boten am vergangen Samstag die Akteure der Mietinger Fasnet mit ihrem einzigartigen Programm, in der bis zum letzten Platz gefüllten Narrhalla. Eine bezaubernde Garde, wortlose Musikakrobatik, ein asylsuchender VfB-Fan als auch ein Stargast beim Jahresabschluss der Weidegemeinschaft brachten den Saal zum Kochen.

Der Einzug von Hofkapelle und Elferrat mit ihrem Präsident Günne I. eröffneten in gewohnter Manier den bunten Narrenabend. Damit das bunte Treiben auch unter der Macht des Elferrats stehen konnte, durfte die Schlüsselübergabe durch den obersten Mann im Dorf nicht fehlen. Bürgermeister Robert Hochdorfer übergab seinen Rathausschlüssel nicht ganz freiwillig aber doch ohne größere Widerworte, denn die Angestellten im Rathaus hätten einen schweren Job. Die Ablöse durch den Narrenrat war dabei wohl eine angenehme Auszeit für den Schultes der dann auch nach dem obligatorischen Schluck aus dem Narrenpokal die Bühne frei gab.

Neun junge Damen starteten im Anschluss das Programm mit einer flotten Sohle auf dem Parket. Daniela Ackermann, Marion, Nicole und Sarah Birk, Theresa Dobler, Nicole Schick, Anita Schuhmacher, Silvia Wolfmaier sowie Anna Wilhelm zeigten einen bezaubernden Gardetanz zu „Baby Face“, gespielt von der Hofkapelle. Das Publikum belohnte ihre Show mit viel Applaus und forderte eine Zugabe, die die Damen scheinbar zunächst nicht geben wollten. Doch der Elferrat musste die Rosen die den Damen traditionell überreicht werden nicht behalten. Nach einer fetzigen Zugabe sagten die Tänzerinnen passend zur Musik „vielen Dank für die Blumen“ und erhielten unter viel Applaus ihren Ausmarsch.

Darauf folgte ein musikalischer Punkt mit „Männern ohne Worte“. Wie man sein Publikum nicht nur mit Wortwitz, sondern auch mit musikalischer Raffinesse zum Lachen bringen kann, zeigten Armin Ruf, Hermann Rolser, Jochen Ruf, Ralf Wanner, Reinhold Ruf und Lorenz Saiger. Zwei Posaunen und zwei Trompeten mit einem Mann zu spielen, halten sie für unmöglich? Dass es geht, bewiesen die Herren völlig wortlos und in lässiger Art. So spielte Armin Ruf mit den Händen die Trompeten, mit den Füßen wurden die Posaunenzüge bewegt und dies alles zeitweise auch noch freischwebend. Ralf Wanner versuchte sich hingegen lieber als Speer- und Hammerwerfer. Dass bei den leicht missglückten sportlichen Betätigungen jemand und etwas zu Schaden kam war unüberhörbar. Ein Trompeter, der auch rhythmische Sportgymnastik beherrscht, eine Posaune als Waffe für Wilhelm Tell und ein Slow-Motion Lauf in olympischer Manier begeisterten das Publikum woraufhin den Akteuren nach stehenden Ovationen natürlich eine Zugabe abverlangt wurde.

Einen alljährlichen Höhepunkt stellte einmal mehr die Büttenrede von Herbert Denzel dar, der als „Emigrant vom Schwobaland“ auf der Suche nach „Fan-Asyl“ war. Die schlechten Leistungen des VfB Stuttgart veranlassten Ihn sich nach einem neuen, erfolgreichen Fußballclub umzusehen. Doch so recht wollte ihm dies weder nördlich als auch südöstlich der Donau gelingen. Neben kritischen Tönen zu Flüchtlingspolitik und FIFA Skandal, wusste der Emigrant auch so allerlei Erheiterndes aus dem Dorfgeschehen zu berichten. Über eine kuriose Reise eines alten Fensters wurde da berichtet, das Gegenstand so mancher Streiche in einer örtlichen Clique wurde. Für viele Lacher sorgte auch ein Autodieb der nicht immer ein gefährlicher Verbrecher sein muss. Denn es kann zuweilen auch der eigene Vater sein, der versucht sein altes Gefährt das der Tochter überlassen wurde zurück zu „stehlen“. Das Können des Büttenredners wurde wieder einmal mit tosendem Applaus und Standing Ovations belohnt.

Nach einer Schunkelrunde, die in einer Prunksitzung natürlich nicht fehlen darf, beschloss die Mietinger Weidegemeinschaft das Programm mit ihrer Jahresabschlussfeier. Auch ein Stargast darf bei einer solchen Veranstaltung natürlich nicht fehlen. So gab Achim Heinz als Narumol, bekannt aus dem TV Format „Bauer sucht Frau“, seine Premiere bei der Mietinger Prunksitzung. Zusammen mit Albert Birk als Güllekönig Konne, Josef Braun als Sepp und Sandra Glenzinger als Bäuerin Hilde wurde über Kleider und Schuhauswahl diskutiert und selbiges auch besungen. Musikalisch unterhielten die Akteure außerdem mit bekannten Melodien und ortsbekannten Texten. „Baura fahred nauß und mähed Silo“ oder „... und a Fässle Gülle des fahr I“ ist mittlerweile den meisten Mietingern im Ohr und brachte ihnen die schönsten Seiten eines Lebens als Landwirt näher.

Nach dem gemeinsamen Auszug von den gefeierten Akteuren und dem Elferrat betrat die Band HOTLINE die Bühne und unterhielt das närrische Volk bis in die frühen Morgenstunden mit unterhaltsamer Musik und der Abend nahm bei Tanz und einigen kühlen Bargetränken einen gemütlichen Ausklang.

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