Mitreißendes Konzert der Mietinger „Lyra“ Musikanten

Ein äußerst gefühlvolles und kurzweiliges Konzert bot der Musikverein „Lyra“ Mietingen am ersten Adventssonntag dar. Melodien aus biblischen Geschichten und Klänge des Urwaldes begeisterten die Zuschauer in der voll besetzten Festhalle.

Unter der Leitung von Natalie Kiekopf eröffnete das Gemeinschaftsjugendorchester Mietingen-Schönebürg das Jahreskonzert mit dem Stück „River of Hope“ von Michael Sweeney, das einen hoffnungsvollen und optimistischen Blick auf die Zukunft darstellen sollte. Zuversichtlich war auch Fallschirmspringer Felix Baumgartner als er am 14.Oktober 2012 aus über 30km Höhe, sprich der Stratosphäre, seinen Sprung Richtung Erde wagte.

Ein Abenteuer, das die jungen Musiker ihren Zuhörern in dem technisch und rhythmisch anspruchsvollen Stück „Stratosphere“ näher brachten. Mit den weihnachtlichen Klängen des Liedes „Herbei, oh ihr Gläubigen“ verabschiedete sich die junge Musikertruppe von der Bühne und gab diese für Blasorchster des Mietinger Musikvereins frei.

Egal ob man einen Sonnenaufgang oder die Auferstehung Jesu vor Augen hatte, das Stück „Raise of the Son“ von Rossano Galante versetzte die Besucher des Konzertabends vom ersten Takt an in eine positive Stimmung. Zugleich leitete das Stück den ersten, biblisch geprägten Teil des Konzertes ein. Königliche Fanfaren symbolisierten die Faszination und Schönheit Ägyptens und seiner Pyramiden, während das Schlagwerk im von Satoschi Yagisawa geschriebenen Stück „Moses and Ramses“ Peitschenhiebe und Leid des hebräischen Volkes charakterisierten.

Brigitte Braun, die wieder gekonnt durch das Programm des Adventskonzertes führte, kündigte im Anschluss die sinfonische Suite „Gladiator“ an. Dieses Arrangement der Filmmusik aus der Feder von Hans Zimmer zum gleichnamigen Film riss die Zuhörer mit in einen Kampf um Macht, Freiheit und den Wunsch nach Gerechtigkeit, den Maximus, der „Hauptakteur“ des Filmes durchlebt.

Das Werk „Hymn of Glory“ von Bert Appermont, ein Lobgesang auf die Schönheit der Natur, eröffnete auf ruhige, sehr melodische Weise den zweiten Konzertteil des Abends.

Affen, Elefanten, Vögel oder Schlangen konnten genauso wie das Rauschen von Wasserfällen und Regentropfen im Urwald im nachfolgenden Stück „Jungle Fantasy“ vernommen werden. Flotte solistische Schlagzeug Rhythmen, trötende Posaunen die die Elefanten verkörperten, lieblich zwitschernde Flötenklänge und der ein oder andere Affenschrei aus den Musikerreihen sowie dem Publikum ließen alle Anwesenden im Saal lächeln und in den Rhythmus des Liedes von Nahoiro Iwai eintauchen. Bevor sich das große Orchester dann von seinem zahlreich erschienenen Publikum verabschiedete nahm der erste Vorstand Alexander Schuhmacher die Ehrungen verdienter Musikerinnen und Musiker vor (Bericht folgt). Visionen und die Gedanken die man sich macht wenn man über seine Zukunft nachdenkt waren die Thematik des Abschlussstückes „Visions“, geschrieben in Zusammenarbeit von Stefan Kuzo und Mario Bürki. Eine ruhige anschwellende Melodie mundete dabei in ein Schlagzeugsolo bei dem die Mietinger Festhalle plötzlich in Dunkelheit gehüllt wurde. Bei einem wunderschönen Bariton Solo von Armin Ruf wurden die Gäste durch die Dunkelheit in eine außergewöhnliche Atmosphäre und Gedankenwelt versetzt. Das singende Orchester, unterstützt durch die Jugendkapelle, die mit Kerzenschein die Halle in warmes Licht tauchten, erzeugte dann bei dem ein oder anderen Zuhörer eine Gänsehaut. Extrem gefühlvoll war dann auch ein ineinander greifender Soliteil von Bariton, Oboe und Trompete bevor es mit einem flotten, fortschreitenden Rhythmus von eher melancholischen zu postiven Gedankenzügen schweifte.

Das Publikum war nach diesem ergreifenden Schlusspunkt nicht bereit die Musikerinnen und Musiker von der Bühne entschwinden zu lassen. Ein Medley der Band Coldplay, bestehend aus den Hits Clocks,Lost! und Viva la Vida begeisterte das Publikum sodann mit den bekannten, eingängigen Melodien der weltweit erfolgreichen Band. Ein Blasorchester Konzert ohne einen Marsch? Dies dachten sich vielleicht auch die Besucher des traditionell am ersten Advent stattfindenden Konzert der Mietinger „Lyra“ und wurden bei der Einforderung einer zweiten Zugabe nicht enttäuscht. Ein Dank und ein Versprechen an das Publikum und an den scheidenden langjährigen Musiker Berthold Maier so berichtete Dirigentin Corinna Grismar sollte dann der Abschlussmarsch, „In Treue Fest“ von Carl Teike geschrieben und von Siegfried Rundel arrangiert, sein. So verabschiedete sich das Blasorchester der „Lyra“ Mietingen mit einem traditionellen, starken Marsch endgültig von seinem an Applaus nicht sparenden Gästen.
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