Närrisches Casting fürs Vereinsjubiläum

Die 55.Prunksitzung des Musikvereins Mietingen versprach eine besondere zu werden, stand sie doch im Zeichen des 100-jährigen Vereinsjubiläums 2020. Eine Casting Show mit vielen prominenten Bewerbern gab dabei erste Einblicke in das Festprogramm des kommenden Jahres. Die Narren feierten Moderator, Reinigungskräfte, Kofferband und viele weitere Bewerber, die vom Trio des Festkomitees auf ihre Auftrittstauglichkeit geprüft wurden.

Eine bunte Show versprach Präsident Günne I. als er mit seinem Elferrat und der Hofkapelle in die bis auf den letzten Platz gefüllte Narrenhalle eingezogen war. „Zwanzig Zwanzig – die Casting Show“ war das Motto der bereits 55.Prunksitzung der Mietinger „Lyra“. Bei einer Casting Show darf eine Jury natürlich nicht fehlen und so bewerteten Corinna Wenger, Andreas Schick und Alexander Schuhmacher als „Das Festkomitee“ die Auftritte der einzelnen Bewerber. Bürgermeister Robert Hochdorfer trat sogleich als erster Bewerber für den Posten des Festredners an und überreichte Präsident Günne I. dabei auch den Rathausschlüssel. Wer ein Rathaus im Pentagon Stil bauen kann, vermag auch große Reden schwingen, waren sich Narren und Festkomitee sicher. Auch wenn die Jury des Festkomitees ein paar kritische Anmerkungen machte, befanden sie schlussendlich doch, dass wohl niemand besser für den Posten des Festredners geeignet sei und hefteten Hochdorfer gleich den ersten „Re-Call-Button“ an.

Zum fetzigen Sound der Hofkapelle tanzten als nächstes die zehn „Festdamen weiß-blau“ vor, um ihren Auftritt 2020 zu ergattern. Mit einem flotten Gardetanz hatten Leonie, Marion, Sarah und Nicole Birk, Teresa Dobler, Lisa-Marie Graf, Elina und Vanessa Rolser, Nadja Ruf und Anna Wilhelm das närrische Publikum sofort von sich überzeugt, ebenso die beiden Herren des Jury-Trios und den Elferrat. Nur die Dame der Jury fand den Tanz der Damen mit den viel zu kurzen Röcken nicht geschmackvoll genug. So mussten die Damen ohne die vom Publikum geforderte Zugabe die Bühne zunächst wieder verlassen.

Für Sauberkeit und Ordnung wollten im Anschluss die zwei Damen des 00-Teams sorgen. Kim Einzmann und Carola Sprenz alias Otti und Oxana wollten 2020 als Toilettendamen fungieren und ihre Kompetenz sogleich unter Beweis stellen. Dass ein Reinigungsteam auf jeden Fall gebraucht wird, da war sich das Festkomitee sofort einig und suchte ein paar Freiwillige, die die Örtlichkeiten auf der Bühne nutzen wollten, damit die Damen auch ihre Arbeit unter Beweis stellen konnten. Drei Herren aus den Patenkapellen Schönebürg, Baustetten und Baltringen, gespielt von Manuel Bogenrieder, Alexander Mulz und Andreas Siebert suchten die neu eingerichteten Herrentoiletten sogleich auf und zeigten auf sehr amüsante Weise wie man mit Bier in der Hand gleichzeitig seine Not verrichten und auch noch mit Streichhölzern eine Zigarette anzünden kann. Alles nur eine Frage des „Teamworks“. Die Reinigungskräfte waren derweil schon mit ihren Einnahmen der spendablen Toilettentester durchgebrannt. So ging die Jury weiter zu den nächsten Bewerbern, zwei richtigen „Stimmungsbomben“.

Eine umjubelte Show als „Wildecker Herzbuben“ spielten Achim Heinz und Rudi Angele. Mit „Herzilein“ und „Hallo Frau Nachbarin“ brachten sie die Halle zum Singen, Lachen und ernteten viel Applaus. Als das Festkomitee aber einstimmig Beschloss das die beiden Stimmungsbomben höchstens als Pausenfüller am Seniorennachmittag taugten, fiel Herzbube Achim Heinz gar in Ohnmacht und rief damit das „Blaulicht Team“ gespielt von Karin Link und Josef Braun auf den Plan. Sofort wurde der gewichtige Patient an den Asbach-Tropf gehängt, versorgt und schließlich im Rollstuhl abtransportiert.

Somit machten sie die Bühne frei für ein Urgestein der Mietinger Prunksitzungen. Herbert Denzel stieg in diesem Jahr als „Der Moderator“ in die Bütt und warf seinen Hut in den Bewerberring um den Posten als Moderator am Festumzug 2020. Neben seinen Wünschen zum Umzugsverlauf im nächsten Jahr bot er auch wieder Wissenswertes über das Mietinger Ortsgeschehen dar. Geschichten über heitere Herren, Skiausfahrten, eine Buslotsin für einen nicht ortskundigen Busfahrer, den tiefenentspannten örtlichen Getränkemarkthändler oder Tipps und Tricks bei störrischen Kälbchen, Büttenredner Denzel wusste wieder bestens Bescheid über die kleinen und großen Fauxpas der Mietinger und berichtet zur Erheiterung aller Narren in seiner besten Reimform davon. Nachdem auch der Moderatoren Bewerber einen Re-Call-Button angeheftet bekommen hatte, wurde die Bühne nochmal von den feschen Tanzmädels geentert. Sie tanzten eine mit viel Akrobatik gespickten Tanz und wurden dabei noch von Lorena Rolser und vier weiteren „Tänzerinnen“ (Manuel Bogenrieder, Manuel Hermann, Alexander Mulz und Andreas Siebert) verstärkt. Der zweite Auftritt der Tanztruppe überzeugte dann nichtmehr nur Publikum, Elferrat und die Herren der Jury, auch die Dame des Festkomitees reckte nun ihren Daumen in die Höhe und war begeistert von so einer coolen Show.

Doch was wäre so ein großes Fest wie das Kreismusikfest ohne eine Band? Präsident Günne I. hatte auch für diesen Programmpunkt die passenden Bewerber gefunden. Die „Kofferband“ bestehend aus Armin und Jochen Ruf, Hermann Rolser und Andreas Siebert rockte mit „Cordola Grün“ die Bühne und die Narren standen auf den Stühlen. Mit ihrem zweiten Song „Dorfkind“ hatten sie den Job als Band beim Kreismusikfest eigentlich schon in der Tasche, doch da ließ das Festkomitee die Bombe platzen. Die Acts für den Samstagabend sind bereits gebucht und zwar die Dorfrocker und Mia Julia! Sie werden ihren gemeinsamen Hit „Dorfkind“ also höchstpersönlich performen und die Coverband wird nicht benötigt. Das Publikum zeigte sich begeistert und las neugierig die beim Auszug der Akteure verteilten Programmflyer für das Kreismusikfest 2020.

Das Publikum spendete allen Akteuren zum Abschluss der Show nochmals tosenden Applaus und nach einer weiteren Zugabe der „Herzbuben“ wurden die Akteure und auch der Elferrat von der Bühne verabschiedet. Beste Unterhaltung bot im Anschluss an das Programm noch die Band W.O.X. Entertainment, die für die Narren noch bis in die Nacht spielten.

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